Bericht von der 1. Mai-Wanderung 2026

Bei noch kühlen Temperaturen und kräftigem Nord-Ost-Wind trafen sich um 10 Uhr am Maibaum 21 Erwachsene und anfangs noch 2 Kinder zur ausgeschriebenen Mai- Wanderung. Nach einer kurzen Begrüßung durch Wanderführer Fritz Natterer starteten wir über die Schulstraße am Rathaus vorbei zur Überquerung bei Bäcker Ruf Richtung Ochsenhausen. Leicht ansteigend ging es über den ‚Alten Berg‘ hoch zu „Schick’s Käppele“. Wanderführer Bruno Albinger berichtete, daß ein Sturm die an der Kapelle von weitem sichtbare Linde gefällt hat und dabei die Kapelle stark beschädigt wurde. Mitglieder des Schwäbischen Albvereins (Hans Gerster, Günther Segmiller, Hans Frick und Alfred Langenbacher) haben 2007 die Kapelle unter Mithilfe des Eigentümers Helmut Schick wiederaufgebaut. Die Kirchengemeinde weihte die Kapelle an Himmelfahrt mit der Kirchengemeinde und dem Musikverein wieder ein. Nach dem wir bisher auf geteertem Weg unterwegs waren, ging es jetzt bis zum Neuweiher auf stark gekiestem Weg weiter. Unterwegs kamen wir an den Quellen des Kaltenbach und des Rohrbach vorbei, die beide bei Wennedach in die Dürnach fließen. Der inzwischen frei gelegte Neuweiher, früher einmal als Fischweiher vom Kloster Ochsenhausen angelegt, war auch der Badesee, in dem die meisten Ringschnaiter das Schwimmen lernten.

Jetzt zweigten wir in das Industriegebiet ‚Längenmoos‘ der Stadt Ochsenhausen ab. Riesige Erdbewegungen zeugen von der Vergrößerung der bebaubaren Fläche, die schon von Firmen aufgekauft sind. Das bisher größte Arial besitzt die Firma Lebensmittelgroßhandel Utz mit ihrem Logistikzentrum. Dazu erläuterte Bruno Albinger die Geschichte dieser Firma. Seine Mutter war eine Schwester des Firmengründers Martin Utz aus Eichbühl.

Martin Utz stammt aus einem Bauernhof in Eichbühl (Hausname Haibierers). Er hatte noch mehrere Geschwister, eine Schwester hatte im Gasthaus zum Ochsen in Erlenmoos eingeheitatet, Alois übernahm den Bauernhof, Max heiratete in Mittelbuch in einer Landwirtschaft ein und Pauline heiratete nach Winterreute den Georg Albinger (Staibles). Martin, Jahrgang 1890-1984, heiratete 1914 die Ottilie Kley vom Schuhgeschäft Kley in Biberach und gründete unter dem Namen „Martin Utz zum Lamm Ochsenhausen“ ein Kolonialwaren- und Tabakgeschäft in der Schloßstrasse in Ochsenhausen. Inzwischen hatte er das Geschäft ausgeweitet und andere kleinere Geschäfte beliefert.
1956 gab er die Geschäfte an seine 3 Söhne ab. Max übernahm den Lebensmittelladen in der Schloßstraße. Willi bekam den Tabak- und Zeitschriftenhandel beim Rathaus und Karl übernahm den Lebensmittel-Großhandel. Er erweiterte den Handel und erstellte 1963 sein damals großes Auslieferungslager an der Erlenmooser Straße. Karl stirbt 1977 mit 53 Jahren und seine Ehefrau Julie muß in die Geschäftsführung einsteigen. Auch der noch junge Sohn Rainer tritt ins Unternehmen ein. 1982 wird Rainer Utz zum Geschäftsführer bestellt. 1999 wird ein neues Vertriebskonzept „Um’s Eck“ eingeführt. Sie beliefern jetzt die kleinen Dorfläden und Tankstellen im Süden von Baden-Württemberg und im südlichen Bayern. 2005 wird das neue Logistikzentrum bei Längenmoos bezogen. 2006 gibt Julie Utz die Geschäftsführung an die Ehefrau von Rainer Utz Roswitha Utz-Parusel b. Es geht weiter aufwärts. 2010 wird das Logistikzentrum erstmals erweitert und 2014 kann das Jubiläum „100 Jahre Firma Utz“ gefeiert werden. 2019 verstirbt Julie Utz im 95. Lebensjahr. 2019 folgt die zweite Erweiterung. 2021 tritt Roswitha Utz-Parusel als Geschäftsführerin zurück und an ihre Stelle tritt Mathias Utz, ein Sohn von Rainers Bruder Dr. Karl Utz, nachdem keine eigenen Kinder da waren. So kann die Firma und der Name Utz weiter gedeihen.

Unsere Wanderung führte an bekannte und unbekannte Firmen im Industriegelände vorbei, von denen Fritz Natterer etwas berichten konnte. Über den Radweg ging es dann Richtung Ringschnait zurück. Dort merkte man trotz wärmerer Witterung wieder den bissigen Nord-Ost-Wind. Über das neue Baugebiet „Krautgärten II“, dem Reutele und vorbei am Waldfestplatz des Musikvereins erreichten wir nach 2,5 Stunden die vorbereitete ‚Hockete‘ bei der Dürnachhalle, wo wir vom Bewirtungsteam bereits erwartet wurden.

Erwachsene: ​21​​ Kinder: 2
Kilometeranzahl: ​8,7 km
​Wanderzeit:​ 2,5 Stunden
Wanderführer:​ Fritz Natterer und Bruno Albinger​